Hallo Freunde,
jetzt habe ich mich hier extra für dieses Thema mal registriert, auch wenn es schon uralt ist. Ich lese schon lange und zu verschiedensten Themen in diesem Forum, zu diesem Thema kann und möchte ich meine Erfahrungen teilen.
Ich bin 35 Jahre alt, betreibe seit vielen Jahren sehr viel Kraftsport um meinen Körper - dieses mir einzige Vehikel das mich über diesen Erdball trägt - zu pflegen und für seine Aufgaben zu trainieren. Ich trainiere mindestens 5 mal in der Woche, bewältige dabei sehr viel Last, schaffe Ausgleich durch Yoga, Sauna und eiskalte Bäder.
Ich spreche hier ausschließlich aus meiner Erfahrung, Studien oder Blutzuckerwerte kann ich nicht vorweisen.
LSD ermöglicht einen tiefen Zugang zum Unterbewusstsein. Unterbewusstsein ist allerdings nicht nur etwas geistiges. Es gibt auch sowas wie ein körperliches Unterbewusstsein. Kein Mensch ist wirklich symmetrisch, es gibt muskuläre Dysbalancen, Skoliosen (seitlich geschwungene Wirbelsäule) usw. Diese Asymmetrien entstehen z.B. durch langfristige einseitige Belastungen, können aber auch durch physische Traumata und den resultierenden Schonhaltungen entstehen. Von den betreffenden Personen werden diese Schiefstände häufig gar nicht mehr erkannt. Sie sind über die Dauer so sehr zu einem Teil der Person geworden, dass sie nicht mehr als etwas Schiefes oder Asymmetrisches wahrnimmt. Ungleichmäßiger Muskeltonus z.B. des Rückenstreckers links oder rechts werden nicht mehr wahrgenommen und das kann so weit gehen, dass verspannte Muskeln und Schmerzen die daraus entstehen einfach nicht mehr gespürt werden. Der Körper funktioniert und ordnet dem Ziel zu funktionieren eben Dinge unter.
Ich kann Dir dazu als kleine "nüchterne" Übung empfehlen, Dich mal auszuziehen und ein Foto von Deinem Körper zu machen, eins von vorn, eins von hinten - vom Kopf bis zum Fuß. Schaut Dir die Bilder an, bist Du gerade, stehst Du aufrecht? Dann spiegele die Bilder einmal oder mach eins mit der Selfie-Kamera, die spiegelt idR. Schau Dir auch diese Bilder an. Wenn Du einen Schiefstand hast wirst du ihn hier auf einmal ganz ganz deutlich sehen. Ich habe das Experiment mit einigen Freunden gemacht und mir selbst geht es auch ganz stark so. Selbst im Spiegel erkenne ich nicht wann ich wirklich gerade stehe und wann nicht.
Schon eine kleine Dosis LSD oder Psilocybin verändern diese Wahrnehmung. Ich schließe die Augen, fühle in meinen Körper hinein und ich spüre was los ist. Ich fange an mich zu bewegen, mich aufzurichten, Stellen die mir verkürzt erscheinen zu dehnen, Knoten in der Muskulatur zu massieren, mich aus der gebückten Haltung ich mir von Schreibtischen und Stühle und Vorgesetzten und Eltern und toxischen Beziehungspartnern habe aufprägen lassen. Ich kreise die Schultern und die Hüfte und visualisiere mich in einer symmetrischen, gesunden Haltung. Ich spüre wie die Energie durch meinen Körper und besonders entlang meiner Wirbelsäule fließt und versuche diesen Fluss zu befreien. Ich öffne die Augen, schaue in den Spiegel - mache den Fotobeweis - und stehe das erste mal seit Jahren aufrecht!
Alles ist miteinander verbunden, das gesamte Universum ist eins. Du bist dessen Spiegelbild, und auch in dir ist alles verbunden. Deine psychischen Traumata haben eine Entsprechung in deiner Physiologie, deine körperlichen Traumata eine Entsprechung in deiner Psyche. Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Versuchst du sie voneinander zu trennen wirst du sehr wahrscheinlich krank, du spaltest dich selbst.
Ich empfehle Dir, hab ein bisschen Vertrauen! Versuche zuzulassen Dich selbst zu erfahren. Geh dem Schmerz auf den Grund, lass ihn zu. Du hast alles was Du dazu brauchst. Fühl in Dich hinein und lasst für einen Moment das Grübeln und Nachdenken über Insulin und Zucker und sonstige Kognizierungen los, die Antworten sind alle in Dir.
Seit ich entdeckt habe welches Potential LSD nicht nur für meinen Geist sondern auch für meine Physiologie hat, sind LSD-Trips für mich eine stark körperliche Erfahrung geworden. Es ist auch einfach schön ein paar Asanas durchzugehen oder mal in den Bauch zu horchen. Ich nutze die Zeit um meine Haltung zu korrigieren, mich zu dehnen, mir aufzuschreiben wie ich mich zukünftig ernähren möchte, an welchen Muskelgruppen oder Bewegungen ich zukünftig besonders fokussiert arbeiten möchte. Danach fühle ich mich körperlich leichter, ich spüre, dass mich übermäßige Spannung verlassen hat, fühle mich nicht mehr so gefangen in meiner gegenständlichen Hülle.
Würde mich freuen vielleicht noch andere körperbetonte Beiträge über Erfahrungen mit Psychedelika hier zu lesen.
