Rolli hat geschrieben: 02.06.2026 - 22:18
Liebe Drogisten
Vor guten 10 Jahren habe ich erfolgreich von Alkohol entzogen und bin seither trocken; auch die verschiedenen Partydrogen, die ich damals ab und zu nahm, habe ich seitdem nicht mehr genommen. Ich bin also komplett nüchtern seitdem. Nun fahre ich demnächst mal wieder auf ein Festival. Prinzipiell würde ich da auch auf Drogen verzichten. Aber ein Bisschen reizt es mich schon, mal wieder irgendwas zu nehmen. Alkohol geht naturgemäss nicht und die meisten Partydrogen auch nicht, da ich SSRI-Antidepressive nehme, die aufs Seronotinsystem gehen. Bleiben würde Ketamin. Das habe ich nur einmal damals genommen, als ich schon ziemlich betrunken war und es war ganz angenehm, wobei ich durch den Alkohol die Wirkung natürlich nicht so genau differenziert wahrnehmen konnte. Mein Problem/ Frage ist nun aber vor allem: weiss jemand, ob ein Ketaminrausch Suchtdruck bezüglich Alkohol auslösen kann? Bei Benzodiazepinen gibt es ja zum Beispiel diese Kreuz-Sucht-Auswirkung, soweit ich weiss. Wenn diese Gefahr bei Ketamin auch besteht, wäre es mir das Risiko nicht wert und dann bliebe ich lieber ganz nüchtern.
Würde mich freuen, falls jemand Erkenntnisse oder Erfahrungen dazu teilen mag.
Danke und VG
Hallo Rolli:)
Erstmal: ich finde es super das du so verantwortungsbewusst mit deiner Medikamenteneneinnahme und mit anderen psychoaktive Substanzen umgehst. Das ist nicht selbstverständlich und ich wünschte ich hätte damals auch darauf geachtet. Nehme eben auch schon seit der Jugend antidepressiva (viele verschiedene versucht) und habe mit dem gleichzeitigen hohen MDMA konsum , da bin ich mir ziemlich sicher, viele Synapsen beeinträchtigt und meine Depression uns Angstzustände manifestiert.
Zu deiner Frage:
Ich würde es sein lassen. Das Suchtgedächtis ist leider ein Lebenlang da, auch bei Abstinenz. Es schläft nur.. immer etwas tiefer, je länger der letzte Konsum des Suchtmittels her ist. Aber es kann je nach situation und trigger schneller aufwachen als einem lieb ist und unerwartet.Kurz gesagt: Das Suchtgedächtnis ist im Kern ein ziemlicher Autopilot und unterscheidet oft nicht strikt zwischen den Substanzen.
Wenn du Ketamin im Freizeitkontext ballerst, merkt dein Gehirn nur: „Ah, geil, wir berauschen uns wieder und flüchten aus der Realität.“ Dieser Zustand der Enthemmung und Betäubung reaktiviert die alten, tief sitzenden Suchtdynamiken. Das Ergebnis: Die Barrieren im Kopf fallen und das Gehirn triggert plötzlich wieder massiven Suchtdruck nach deiner eigentlichen Primärdroge – dem Alkohol.
Im Clubkontext/Festival bzw allgemein Freizeitkontext ist das Risiko für einen Rückfall deshalb verdammt hoch. Und je nach könnte Keta oder andere Spassige drogen beim comedown druck nach alk(also die wirkung z.b beruhigung, geselligkeit, angenehmes gefühl) lust machen um das comedown vom keta zu überdenken bzw weiter berauscht zu sein.
Weisst du was aber intressant ist!!!; Ketamintherapie, kontrolliert, beaufsichtigt und andere Einmahmeform/dosierung/intervall wird momentan untersucht in diversen Studien um Alkoholabhängigkeit zu behandeln. Aber eben, in ganz anderem kontext, vorbereitung. Ärtzlich und therapeutisch entwickelt.
Schon spannend, wie unser Gehirn wirkt und wie verschiedene millionen komplexe strukturen miteinander agieren und komplett andere Wirkungen haben können.
Fazit: Lass den Ketakonsum. Es ists nicht wert und wie erwähnt extrem wahrscheinlich das es dich triggert, auch weil sie ja ziemlich ähnlich wirken je nach dosis
Ich z.b hab noch nie bzw sehr wenig getrunken. Andererseits weil ichs nicht vertrage(starker kater, erbrechen schnell) und hab keta für mich als Alkersatz entdeckt da es für mich sehr ähnlich wie alk wirkt.
Aber ja am besten man konsumiert so wenig wie möglich wenn man eine suchtproblematik hat. Mich einbezogen!
Viel spass, den wirst du bestimmt auch ohne die haben