Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Fragen & Tipps zu Benzos & Co.
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RezeptDesLebens
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Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von RezeptDesLebens »

Hallo, :sansgriest:

Ich bin Mitte 50 und habe das Benzo-Karussell 25 Jahre+ gedreht.

Da ich aber selbst von den Standard-Apotheken-Benzos Angst weiterhin habe, ist für den Anfang irgendwie keine stabile Dosis zum Runtergehen gegeben – und das bei diesen Diagnosen:

Agoraphobie mit Panikstörung (F41.00, G) – Angst vor Menschenansammlungen und engen Räumen
Soziale Phobien (F40.1, G)
Generalisierte Angststörung (F41.0)

Diese Ängste bestehen teilweise bereits seit frühester Kindheit.
Ambulant will sich meinen Fall keiner antun und ihn begleiten.

Meinen erfahrenen Psychiatern sagen mir, dass ich nicht mehr so alt werde, dass ich das danach noch therapeutisch ohne Benzodiazepine aufarbeiten könnte, da die Ängste all die Jahre nur kaschiert waren.

Wenn ich mit Leuten spreche, die einen Diazepam-Entzug hinter sich haben, sagen sie, das sei die Königsdisziplin. Bei ihnen wurde es innerhalb von 3 bis 5 Wochen stationär gnadenlos durchgepeitscht (dieselbe Erfahrung habe ich auch gemacht). Da kann man sich für die Ankunft zu Hause – wenn man alleine lebt – schon etwas zurechtlegen.

Danach brauchten sie 3 bis 4 Jahre mit einem engmaschigen Umfeld, auch wegen Panikattacken, Rückfällen usw., und wurden nie wieder richtig glücklich.

Derzeit behelfe ich mir mit zwei Riegeln 6er Bromazepam – den grünen Bromazanil – zusammen mit Pregabalin. Diazepam hat mich körperlich abhängig gemacht und wirkt schlechter auf die Angst.

Bei Tavor kommt der Entzug im Unterschied zum Bromazepam wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Clonazepam wirkt schwach auf die Angst, und die Körperwirkung ist mir zu viel. In der ersten Zeit war Alprazolam immer mein Mittel der Wahl.

Kurzum: Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, was die Apotheke hergibt. Einen weiteren Entzug tue ich mir nicht an. Beim letzten wäre ich nach zwei Tagen verhungert, wenn ich mich nicht selbst entlassen hätte. Und warum man dabei mit Ton arbeiten, in die Muckibude gehen, Küchendienst machen und Körbe flechten soll, wird sich mir nie erschließen. :silly:

Als ich vor zwei Jahren mit 2,5 mg Clonazepam und 225 mg Pregabalin pro Tag ankam, gab man mir verteilt 80 mg Oxazepam – 4 × 20 mg – und hat dann jeden Tag 10 mg weggenommen. Das Pregabalin wurde Tag für Tag ebenfalls fast komplett herausgenommen. Nun verstehe ich, warum ein Patient meinte, ich solle die Tasche zulassen und wieder gehen, als er meine Dosierungen hörte. Das Bett hätte man auch nicht beziehen müssen – Schlaf war ja ohnehin nicht zu erwarten.

Er sollte recht behalten. An Tag 6 ging ich. Ich dachte, der Arzt lässt sich auf etwas ein und redet mit mir – es war ihm egal. Ich sagte, ich sei 400 km von zu Hause weg und hätte heute gar kein Medikament bekommen. Da lachte er dreckig: Ich bekäme nichts. Ich stand dann vor einer Klinik in einer fremden Stadt, und gerettet hat mich kurzum die Helferin des Hausarztes per E-Rezept aufs Handy. Im Entlassbrief steht dann -> Fehlende Krankheitseinsicht. :lehrer:

So enden Geschichten, wenn man einen Vater hat, der sein Leben lang ebenfalls Benzos nahm. Er ging damals die Leiter vom Bromazepam aufs Diazepam hoch und wurde später damit eingesargt. Wieso er diese Mittel bei mir als richtig empfunden hat, werde ich nie verstehen.

Eine schöne Lösung wird es für mich jetzt jedenfalls nicht mehr geben. Der Körper muss ruhig bleiben und die Angst im Griff. Das leistet kein einzelnes Apotheken-Benzo mehr alleine.
Zuletzt geändert von RezeptDesLebens am 05.08.2026 - 21:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von RezeptDesLebens »

Das war aber bei mir nur die Benzo Baustelle. Viel ausgelassen habe ich nicht.
Aber davor habe ich am Ende dann doch Respekt. Auch das ich wegen den Benzos mittlerweile Stürze hatte, denke muss ich nicht erwähnen.
Einmal das Handgelenk vor 6 Jahren und letztes Jahr Oberarmkopfbruch der Schulter.

polytox90
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Re: Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von polytox90 »

Versteh ich richtig das Du 25j benzodiazipin nimmst und kein artzt damit mehr behandeln will?

Stehst du nackt ohne verschreiben da?

Welche quer artzt verschreibt es so lange?
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Re: Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von RezeptDesLebens »

polytox90 hat geschrieben: 06.08.2026 - 04:39 Versteh ich richtig das Du 25j benzodiazipin nimmst und kein artzt damit mehr behandeln will?

Stehst du nackt ohne verschreiben da?

Welche quer artzt verschreibt es so lange?
Denkst du ein Benzo Privatrezept wäre ein Hexenwerk? Da ich in 30 Jahren mittlerweile eine recht gut sortierte Apotheke durch habe,
was bedeutet die Facharztausbildung quasi am eigenen Leib, kann ich recht gut einschätzen, was geboten ist.
Von den Apothekern, die Medikamente rausgeben, ohne Rezept, um sich etwas dazuzuverdienen, ganz zu schweigen........
Zuletzt geändert von Earl of Butterscotch am 06.08.2026 - 13:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: post gefixt
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mavencamo
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Re: Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von mavencamo »

RezeptDesLebens hat geschrieben: 05.08.2026 - 20:42 Hallo, :sansgriest:

Ich bin Mitte 50 und habe das Benzo-Karussell 25 Jahre+ gedreht.

Da ich aber selbst von den Standard-Apotheken-Benzos Angst weiterhin habe, ist für den Anfang irgendwie keine stabile Dosis zum Runtergehen gegeben – und das bei diesen Diagnosen:

Agoraphobie mit Panikstörung (F41.00, G) – Angst vor Menschenansammlungen und engen Räumen
Soziale Phobien (F40.1, G)
Generalisierte Angststörung (F41.0)

Diese Ängste bestehen teilweise bereits seit frühester Kindheit.
Ambulant will sich meinen Fall keiner antun und ihn begleiten.

Meinen erfahrenen Psychiatern sagen mir, dass ich nicht mehr so alt werde, dass ich das danach noch therapeutisch ohne Benzodiazepine aufarbeiten könnte, da die Ängste all die Jahre nur kaschiert waren.

Wenn ich mit Leuten spreche, die einen Diazepam-Entzug hinter sich haben, sagen sie, das sei die Königsdisziplin. Bei ihnen wurde es innerhalb von 3 bis 5 Wochen stationär gnadenlos durchgepeitscht (dieselbe Erfahrung habe ich auch gemacht). Da kann man sich für die Ankunft zu Hause – wenn man alleine lebt – schon etwas zurechtlegen.

Danach brauchten sie 3 bis 4 Jahre mit einem engmaschigen Umfeld, auch wegen Panikattacken, Rückfällen usw., und wurden nie wieder richtig glücklich.

Derzeit behelfe ich mir mit zwei Riegeln 6er Bromazepam – den grünen Bromazanil – zusammen mit Pregabalin. Diazepam hat mich körperlich abhängig gemacht und wirkt schlechter auf die Angst.

Bei Tavor kommt der Entzug im Unterschied zum Bromazepam wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Clonazepam wirkt schwach auf die Angst, und die Körperwirkung ist mir zu viel. In der ersten Zeit war Alprazolam immer mein Mittel der Wahl.

Kurzum: Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, was die Apotheke hergibt. Einen weiteren Entzug tue ich mir nicht an. Beim letzten wäre ich nach zwei Tagen verhungert, wenn ich mich nicht selbst entlassen hätte. Und warum man dabei mit Ton arbeiten, in die Muckibude gehen, Küchendienst machen und Körbe flechten soll, wird sich mir nie erschließen. :silly:

Als ich vor zwei Jahren mit 2,5 mg Clonazepam und 225 mg Pregabalin pro Tag ankam, gab man mir verteilt 80 mg Oxazepam – 4 × 20 mg – und hat dann jeden Tag 10 mg weggenommen. Das Pregabalin wurde Tag für Tag ebenfalls fast komplett herausgenommen. Nun verstehe ich, warum ein Patient meinte, ich solle die Tasche zulassen und wieder gehen, als er meine Dosierungen hörte. Das Bett hätte man auch nicht beziehen müssen – Schlaf war ja ohnehin nicht zu erwarten.

Er sollte recht behalten. An Tag 6 ging ich. Ich dachte, der Arzt lässt sich auf etwas ein und redet mit mir – es war ihm egal. Ich sagte, ich sei 400 km von zu Hause weg und hätte heute gar kein Medikament bekommen. Da lachte er dreckig: Ich bekäme nichts. Ich stand dann vor einer Klinik in einer fremden Stadt, und gerettet hat mich kurzum die Helferin des Hausarztes per E-Rezept aufs Handy. Im Entlassbrief steht dann -> Fehlende Krankheitseinsicht. :lehrer:

So enden Geschichten, wenn man einen Vater hat, der sein Leben lang ebenfalls Benzos nahm. Er ging damals die Leiter vom Bromazepam aufs Diazepam hoch und wurde später damit eingesargt. Wieso er diese Mittel bei mir als richtig empfunden hat, werde ich nie verstehen.

Eine schöne Lösung wird es für mich jetzt jedenfalls nicht mehr geben. Der Körper muss ruhig bleiben und die Angst im Griff. Das leistet kein einzelnes Apotheken-Benzo mehr alleine.
Also ich habe das Glück genau 2 Anlaufstellen zu haben wo ich mein ambulanten Entzug beenden kann, der Neurologe hat zwar kein blassen Schimmer was er da eigentlich tut und wollte mich von Diazepam auf Oxazepam umstellen (?) aber gut zu wissen das es ihn gibt. :dance:

Ich werd jetzt im Nov. 25 und spiel das ganze Benzo-Spiel seit ca. 4 Jahren mit, zu meiner Hochzeit war ich auf 30-50mg Bromazolam am Tag (dem RC Benzo). Wurde dann von einem Susti Arzt, der eigentlich nur Opiat/Opioid Abhängige behandelt und als normaler Hausarzt praktiziert auf Carbamazepin und Diazepam gesetzt, ich schleiche jetzt ca. seit über einem Jahr aus und bin in zwischen bei 12,5mg angekommen. Auch wenn der große Knall noch bevor steht bin ich zuversichtlich das ich die Akut-Phase nach dem 0 Punkt schon irgendwie überlebe.

Das Carbamazepin nehm ich mittlerweile nicht mehr und mittlerweile kann ich in 0,5 bis 1mg Schritten runterdosieren alle paar Wochen. :ok:

Als Diagnose habe ich auch eine Generalisierte Angststörung und Sozialphobie, diese ist leider so ausgeprägt das ich wirklich kaum noch mein Haus verlasse und wenn dann nur wenn ich betrunken bin... ob es nun an Agoraphobie grenzt weiß ich nicht, ich weiß aber das ich niemals in meinem Leben einen stationären Aufenthalt vorstellen könnte. :eusa-snooty:

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Re: Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von polytox90 »

RezeptDesLebens hat geschrieben: 06.08.2026 - 06:58
polytox90 hat geschrieben: 06.08.2026 - 04:39 Versteh ich richtig das Du 25j benzodiazipin nimmst und kein artzt damit mehr behandeln will?

Stehst du nackt ohne verschreiben da?

Welche quer artzt verschreibt es so lange?
Denkst du ein Benzo Privatrezept wäre ein Hexenwerk? Da ich in 30 Jahren mittlerweile eine recht gut sortierte Apotheke durch habe,
was bedeutet die Facharztausbildung quasi am eigenen Leib, kann ich recht gut einschätzen, was geboten ist.
Von den Apothekern, die Medikamente rausgeben, ohne Rezept, um sich etwas dazuzuverdienen, ganz zu schweigen........
Nein kenn benzodiaz au nur privat von artzt

War mir auf dauer zu aufwandig lieber DN

Was das unten versteh das nicht? Apoteke gibt keine no rezept raus

larinylo
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Re: Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von larinylo »

polytox90 hat geschrieben: 07.08.2026 - 03:52
RezeptDesLebens hat geschrieben: 06.08.2026 - 06:58
polytox90 hat geschrieben: 06.08.2026 - 04:39 Versteh ich richtig das Du 25j benzodiazipin nimmst und kein artzt damit mehr behandeln will?

Stehst du nackt ohne verschreiben da?

Welche quer artzt verschreibt es so lange?
Denkst du ein Benzo Privatrezept wäre ein Hexenwerk? Da ich in 30 Jahren mittlerweile eine recht gut sortierte Apotheke durch habe,
was bedeutet die Facharztausbildung quasi am eigenen Leib, kann ich recht gut einschätzen, was geboten ist.
Von den Apothekern, die Medikamente rausgeben, ohne Rezept, um sich etwas dazuzuverdienen, ganz zu schweigen........
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War mir auf dauer zu aufwandig lieber DN

Was das unten versteh das nicht? Apoteke gibt keine no rezept raus
Mit dem letzten Absatz meint er einfach Connections. Leute die in der Apo arbeiten, ihm einfach XYZ geben für etwas Taschengeld.

polytox90
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Re: Seht es als Warnung - Ärzte halten bei mir den Diazepamentzug nicht mehr leistbar

Beitrag von polytox90 »

larinylo hat geschrieben: 07.08.2026 - 16:03
polytox90 hat geschrieben: 07.08.2026 - 03:52
RezeptDesLebens hat geschrieben: 06.08.2026 - 06:58
polytox90 hat geschrieben: 06.08.2026 - 04:39 Versteh ich richtig das Du 25j benzodiazipin nimmst und kein artzt damit mehr behandeln will?

Stehst du nackt ohne verschreiben da?

Welche quer artzt verschreibt es so lange?
Denkst du ein Benzo Privatrezept wäre ein Hexenwerk? Da ich in 30 Jahren mittlerweile eine recht gut sortierte Apotheke durch habe,
was bedeutet die Facharztausbildung quasi am eigenen Leib, kann ich recht gut einschätzen, was geboten ist.
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Achso. Wusste nichr das apotker so was machen
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