Also wie man dem Titel schon entnehmen kann, hatte ich (wenn ich es selber einordnen würde) einen Horrortrip auf 1S-LSD. Es war meine erste psychedelische Erfahrung und ich habe ca. 75 Mikrogramm genommen. Ein Freund von mir hat dabei auf mich aufgepasst und ist nüchtern geblieben, hat selber aber noch keine Erfahrung mit der Substanz gehabt. Nach zwei Stunden kamen dann die ersten Effekte und ich habe mich wirklich sehr überwältigt gefühlt. Ich habe meine Gefühle noch nie so intensiv wahrgenommen, was anfangs erstmal schön und aufregend war. Bis dahin habe ich es auch wirklich genossen, die ganzen Farben und Muster, ich habe mich so lebendig gefühlt und alles hat seinen Sinn gehabt. Das war toll!
Nach weiteren drei Stunden kippte dann aber die Stimmung. Übelkeit kam auf und ein unglaubliches Vollegefühl im Magen, ich hatte das Gefühl mich übergeben zu müssen, konnte aber nicht. Was folgte war, dass ich durch die Übelkeit sehr angespannt wurde und meine Gedanken anfingen zu rasen. Ich steigerte mich voll rein und viele negative Gedanken kamen auf. Angst und Panik waren die Folge. Ich habe bei LSD viel von "loslassen" gehört, das wusste ich auch in dem Moment, aber ich konnte es nicht. Ich wusste nicht wie das gehen soll. Die restliche Zeit des Trips war ich ängstlich und sehr angespannt. Die Übelkeit ging langsam mit dem Abklingen der Wirkung weg. Ich habe mich wie gelähmt gefühlt und konnte mich einfach nicht beruhigen, also lag ich einfach da und ließ es geschehen.
Diese Erfahrung ist nun zwei Tage her und ich habe irgendwie das Gefühl nicht mehr der alte zu sein. Ich bin angespannt, bekomme hin und wieder Angst und Panik. Mein Kopf rattert und ich steigere mich sehr hinein, vor allem, dass dieser Zustand nicht mehr weggeht, ich meine Psyche durch diese Erfahrung zerstört habe oder ähnliches. Ich nehme auch Geräusche sensibler wahr, vor allem laute Geräusche sind unangenehm. Wenn ich mich umschaue prüfe ich bei manchen Gegenständen, ob es wirklich der Gegenstand ist, oder ich nehme andere Menschen bedrohlicher wahr. Außerdem habe ich Kopfschmerzen und mein Kopf fühlt sich wie ausgehöhlt an, Schlafen fällt mir momentan ebenfalls schwer und ich fühle mich sehr müde.
Ich höre aber sonst keine Dinge, die nicht da sind oder sehe auch keine Dinge, die nicht da sind. Ich fühle mich auch nicht verfolgt oder ähnliches. Vor allem aber habe ich diese Angst, dass es nicht mehr normal wird. Ich habe auch weniger Spaß an Dingen, die mir vor dem Trip Spaß gemacht haben und meine Stimmung ist gedämpft . Es fühlt sich so an als hätte die Substanz eine depressive Episode ausgelöst.
Vielleicht hat hier jemand eine Idee, was ich bei dem Trip hätte besser machen können, oder was da schiefgegangen ist. Ebenso, was nun mit mir los ist. Ist es normal, dass ich diese Art des Trips so stark verarbeite und mein Körper und Geist so stark darauf reagiert?
Vielleicht gibt es Leute die ähnliches erlebt haben und Tage danach ebenfalls "verkatert" sind. Bei den meisten Menschen und Erfahrungsberichten lese ich nur von Afterglow und Erkenntnisgewinnung. Das konnte ich bei mir nicht erkennen.
Noch dazu: Ich bin 22 Jahre alt und habe zu Hause konsumiert, im Garten. Ich habe vor dieser Erfahrung eine Woche lang jeden Tag meditiert und habe vorher insgesamt versucht bewusster zu leben. Auch während des Trips habe ich keine anderen Substanzen außer das 1S-LSD zu mir genommen.
Diese Erfahrung war wirklich tiefgreifend, aber ich habe auch das Potenzial von LSD gesehen. Es war schon einfach aufregend und ich hätte es gerne mehr genossen. Vorerst werde ich keines mehr einnehmen. Aber ich hätte irgendwann gerne nochmal einen erkenntnisreicheren Trip bzw. einen Trip wo ich weiß, wie ich mit so etwas umgehen kann, dass es mir besser geht. Meint ihr so etwas ist nach dieser Erfahrung möglich, oder sollte ich insgesamt lieber die Finger davon lassen?
Ich danke jedem der soweit gelesen hat und eine Vermutung oder Erfahrung hat, was da vorgefallen sein könnte, bzw. was mit mir los ist.



