MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Für alle, die es genau wissen wollen.
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rob.top.1982
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MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Beitrag von rob.top.1982 »

Hallo liebe Community,
ich / männl. 43Jahre bin erst in den letzten 2-3Jahren in den Kontakt mit MDMA ( ohne anderer illegalisierter Substanzen ) gekommen - und es taugt mir sehr.
Ich konsumiere sehr bedacht, nur 1-2 im Jahr, achte auf eine gute Dosierung, bin körperlich gesund.
Mir kam nun aber der Gedanke ( und wohl weil ich Vater geworden bin und die nächsten Jahre entsprechend in einer `Verantwortung' bin)ob der Konsum von MDMA im Alter Ü40 / Ü 50 / Ü60 mit höheren Risiken verbunden ist, hinsichtlich Herz-Kreislauf usw.? Könnt ihr hier vielleicht euere Erfahrungen oder euer Wissen teilen?
Wäre sehr hilfreich für mich!

Danke!
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Sanzaru
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Re: MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Beitrag von Sanzaru »

Wenn man MDMA mit anderen Substanzen vergleicht ist MDMA verhältnismässig (Wie oft es konsumiert wird gegenüer Vorfällen) relativ sicher. Es gibt aber natürlich immer das Risiko, dass man verunreinigtes/gestrecktes MDMA bekommt, der Körper speziell auf MDMA reagiert oder man einen unerkannten Herzfehler hat. Daher ist es wie bei allem im Leben: Wer völlige Sicherheit sucht ist besser damit beraten, es gar nicht zu machen. Da du aber selten konsumierst und vermutlich auch nicht übertreibst/viel nachlegst würde ich das Risiko als überschaubar einschätzen. Umso besser, wenn du dich nebenbei gesund ernährst und Sport treibst.

Lg
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Dr.Moe
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Re: MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Beitrag von Dr.Moe »

Mit 43 ist man schon im fortgeschrittenen Alter?
Als ich den Titel gelesen habe dachte ich, dass du wohl anscheinend so ü60 bist und nicht Anfang 40.

Wie ist es mit deiner Gesundheit? MDA (einer von vielen Metaboliten die MDMA hat, allerdings sollte nicht mehr als ungefähr 8-15% zu MDA metabolisiert werden...) ist etwas hepatoxisch, weshalb man MDMA lieber nicht mit einer Leberzirrhose oder anderen ernsthaften Erkrankungen der Leber nehmen sollte. Ich habe selbst einen Tumor in der Leber, jedoch nie ernsthafte Probleme von einem verantwortungsbewusstem MDMA Konsum bekommen.

Kannst du Drugchecking betreiben? Das wäre ein recht "sicherer" Weg, damit du wenigstens weißt ob es überhaupt MDMA HCl, oder etwas anderes, oder ob das MDMA verunreinigt ist und wie viel mg MDMA HCl die Pille hat, oder wie viel XX,X% Reinheit dein MDMA HCl hat.

Drogenkonsum ist immer mit Risiken verbunden und das trifft auf Alkohol, Koffein, Nikotinprodukte, als auch auf MDMA zu. Der einzige kleine aber ausschlaggebende Unterschied ist, dass das MDMA HCl ein verbotenes Psychoaktivum ist. Heißt also, dass du das nicht in einem Geschäft kaufen kannst und keine Qualitätsprüfungen vorliegen, weshalb du unbedingt Drugchecking-Angebote nutzen solltest.
Kannst du das vielleicht nicht, dann hast du möglicherweise 1-2 Verwandte, Freunde oder Bekannte die Chemiker, Laboranten oder CTA sind? Die könnten dann rein theoretisch mit einer Marquis-Reagenz (das könntest du auch selbst tun, also die Marquis Reagenz nutzen...) und mittels NMR oder HPLC oder einfach über den Schmelzpunkt die exakte oder ungefähre Reinheit bestimmen.

Hoffentlich konnte ich etwas weiterhelfen und ich wünsche dir noch einen wunderbaren (Feier)Abend! :ok:
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rob.top.1982
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Re: MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Beitrag von rob.top.1982 »

Danke für deine infromative Rückmeldung! :)
Im Feier- und Festivalkontext: ja, hier gilt das Alter als Fortgeschritten. Auf das Leben selbst betrachtet: nein, nicht Fortgeschritten, mittendrin im Leben.

Gesundheit, Fitness, alles tiptop bei mir.
Die Frage kam einfach jetzt in mir mit der Verantwortung als Vater auf. Erhöhen sich bei der Einnahme von MDMA im Alter von Mitte 40 / Mitte 50 / Mitte 60 grundsätzliche die Risiken für das Herz- Kreislaufsystem oder sonstiges, vorausgesetzt die jeweilige körperliche Gesundheit.
Auf Drugchecking / geprüfte Qualität kann ich glücklicherweise zurück greifen.
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Dr.Moe
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Re: MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Beitrag von Dr.Moe »

Wahrscheinlich erhöht sich ab ü60 irgendwann das Herz-Kreislauf-Risiko von MDMA, allerdings hat MAPS gerade eine Phase III Studie mit 1700 Probanden, von denen alle MDMA erhalten haben und es gab gerade einmal eine einzige (nur 1 Person von 1700!) Person die, ich zitiere:
"MAPS' Phase 3 clinical trial of MDMA-assisted therapy demonstrated statistically significant improvement in PTSD symptoms after three sessions. MDMA has been administered to approximately 1,700 human subjects with only one serious adverse reaction...", hatte.

Bei 1700 Probanden die pharmazeutisch reines MDMA HCl in angemessener Dosierung bekommen haben, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass da auch der ein oder andere ü60 bei war.

Die Chancen stehen also sehr gut, dass jenes Psychoaktivum MDMA HCl aka "Ecstacy" oder "Molly" oder auch "Eve" genannt, in den nächsten Jahren als Medikament erhältlich sein wird.

Vielleicht musst du mit ü50 schon gar nicht mehr auf illegales MDMA zugreifen..? ;)
Ja, ihr habt richtig gelesen. MDMA könnte bald als Medikament nicht nur für wenige zugänglich sein, sondern für viele! :bd:
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rob.top.1982
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Re: MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Beitrag von rob.top.1982 »

Wiederum danke auch für diese Rückmeldung - und ja, die Legalisierung von MDMA, LSD und Co., unter bestimmten Voraussetzungen, im medizinischen / therapeutischen Kontext, wäre wünschenswert und würde die Welt sicher zu keiner schlechteren Welt machen.
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Sensay
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Re: MDMA-Konsum im fortgeschrittenen Alter

Beitrag von Sensay »

Hallo ihr Lieben,

ich wollte genau diese Frage selbst gerade stellen und lese dann diesen Thread, wie passend.

Um mich und meine Situation mal vorzustellen: Ich bin 49 und konsumiere mit meiner Frau seit 4 Jahren alle 3 Monate MDMA (ich 173cm / 81kg konsumiere 150mg, reagiere aber schon immer sehr heftig auf MDMA, meine Frau 160cm / 53kg braucht 175mg für den gleichen Effekt). Als Paar ist dieser Abend für uns immer ein absolutes Highlight auf das wir uns schon Tage vorher total freuen. Wir stehen beide stabil im Leben, arbeiten beide Vollzeit, machen regelmäßig Sport, ernähren uns gesund, machen täglich Yoga + Breathwork, meditieren täglich, und praktizieren regelmäßiges Eisbaden zuhause.

Hatte im Alter von 18 – 21 Mitte der 90er in der Rave-Zeit mal sehr ungesund konsumiert, heißt jedes Wochenende XTC, Amphetamine oder Koks, was nicht gut geendet ist (stark Cannabisabhängig und immer mehr depressiv). Dann kam ein Absturz durch ne krasse Panikattacke mit Krampfanfall, mit anschließendem Entzug von allem. Ich hatte irgendwie das Gefühl zu ersticken und schwor mir in dem Moment mit allem aufzuhören, wenn ich diesen Anfall nur irgendwie überlebe. Hat offenbar funktioniert, und nach 2 Wochen fiesen Entzug ging es endlich aufwärts. Zum Glück hat zur Gleichen Zeit ein Kumpel auch mit allem aufgehört, was die Sache einigermaßen erträglich machte.

Danach habe ich meine jetzige Frau kennengelernt (ohne Erfahrung mit Drogen außer Alkohol). Wir führten ein “normales Leben”, 24 Jahre nur Alkohol (in Maßen), wie eben so üblich in Deutschland. Haben also ein angepasstet Standardleben geführt, zwei Kinder bekommen und ich mich im Job hochgearbeitet.

Bis dann mit 45 – nachdem unsere beiden Kinder erwachsen wurden – in mir wieder der Wunsch aufkam, mit psychoaktiven Substanzen das Leben zu bereichern, geweckt durch zufällig entdeckten Podcasts (Set und Setting, Psychoaktiv). Ein paar Youtube Videos später zum Thema verantwortungsvollem Umgang mit Drogen waren wir angefixt es mal zu probieren. Ich war überrascht über die Renaissance der Psychedelika, die in den 2010er Jahren angefangen hatte, und über die vielen Leute, die diese Drogen verantwortungsbewusst konsumieren, einfach ihr damit Leben bereichern und seit Jahren gut damit klarkommen, ohne einen problematischen Konsum zu entwickeln und vollkommen abzustürzen. Für bestmöglichen Safer Use, nehmen wir strebermäßig diverse empfohlene Supplements vor, während und nach der Session, um möglichst wenig Schädigungen zu riskieren. Hierzu gehören ALCAR, ALA, Vitamin C, Magnesium und NAC. Der Kater hält sich somit außerdem in Grenzen.

Wir haben nun angefangen auch mal wieder auf Techno / Psytrance-Festivals zu gehen, was uns voll die Freude bringt – hier dann aber kein MDMA als Begleiter. Emma ist für uns eher die Kuscheldroge für zuhause, mit unserer Lieblingsplaylist, tiefen Gesprächen, und bestem Sex ever - weil alles so unfassbar intensiv wahrgenommen wird, die Lust sich ins unermessliche steigert und sich in einem Mega-Orgasmus des Himmels entlädt. Dann kommt der spacige, engenehm verpeilte zweite Teil, wenn wir nach dem Nachlegen anfangen zu kiffen.

Wir waren jedenfalls vom MDMA so geflasht, wie unfassbar gut sich das anfühlt, insbesondere als Paar, die Gepräche, die Euphorie, auch das Körperliche, einfach unfassbar gut! Es hat unsere Beziehung auch auf ein neues Level gehoben, es ist jedes Mal wie eine Kleine Paartherapie, weil man einfach alles ausspricht und jeder dem anderen auch zuhört und volles Verständnis zeigt. Die Themen sind nicht nur so dahingesagt und blind vor Liebe weil man völlig breit und voller Glücksgefühle ist, nein die Gespräche wirken auch nachhaltig, es ist durchaus auch Kritik erlaubt und kommt vor. Ich hatte Anfangs bedenken wieder in mein altes Konsummuster zu rutschen, aber wir sind scheinbar im Leben so gefestigt, dass auch nach 4 Jahren keinerlei Steigerung der Konsumfrequenz oder Toleranzentwicklung passiert.

Hinzu kamen noch andere psychoactive Substanzen, mittlerweile ist das folgende neben MDMA so unser Jahrespensum, welches wir nicht steigern und super damit klarkommen:

- ca. 2 - 3x / Jahr Psychedelika (LSD, 2-CB oder Psylocybin)
- Freitags Abends zum Abschluss der Woche kiffen wir gerne etwas und trinken dazu (in Maßen)
- Samstags / Sonntags in der Regel Alkohol (nur Abends) und hin und an manchen Wochenenden einmal 50mg Tramadol für den extra Energieschub und guten Sex
- 1-2 mal im Jahr Koks
- unter der Woche wird nichts konsumiert

Wir können sagen, dass zumindest das MDMA und die Psychedelika tatsächlich positiv zu unerer Persönlichkeitsentwicklung beigetragen haben, wir sind seitdem viel offener, emphatischer, selbstbewusster, rücksichtsvoller im Umgang mit der Natur, den Mitmenschen, und fühlen uns authentischer und zufriedener als jemals zuvor in unserem Leben. Ich frage mich nur, wie lange wir das machen können (insbesondere MDMA), denn der Körper wird nunmal älter und lt. Studien produziert er auch das so wichtige Serotonin ab ca. 50 Jahren langsamer nach.

Wir liegen mit den Kosumpausen von 3 Monaten bei der maximalen Safer Use Empfehlung, theoretisch also auf der einigermaßen sicheren Seite, aber ich hoffe dass dies auch später, z.B. mit 60 noch so gilt.

Es gibt auch andere Beispiele die uns Mut machen, denen es offensichtlich sehr gut geht, wie Rick Doblin von MAPS (hat in seinem Leben schon über 120 mal MDMA konsumiert und ist mit seinen 72 Jahren immer noch 1 – 2 mal im Jahr dabei).

Gibt es hier auch andere die um die 50 oder älter sind, die voll im Leben stehen und ihre Erfahrungen teilen möchten? Auch gerne die anderen Substanzen dazu benennen mit denen ihr so euer Leben versüßt ... Würde uns wirklich brennend interessieren.