Ich wäre mir da nicht so sicher, dass es keine schlafenden Hunde wecken könnte. Probiere seit vorgestern wieder ein wenig mit diesem wunderschönen Pilz herum. Eine angenehm beruhigende Wirkung lässt sich nicht leugnen, wenngleich sie vom Charakter her nicht benzodiazepin-artig ist; es fehlt die starke Intelligenzminderung.
Aber zum Thema schlafende Hunde: Ich bin ein Kandidat, der bei Benzodiazepinen ziemlich schnell unkontrolliert konsumiert (100mg Diazepam in <24h), weshalb ich diese nicht mehr einnehme oder auch nur vorrätig halte. Es ist verdächtig, dass ich seit der ersten Dosis Fliegenpilz schon beinahe automatisch meine sauren Extrakte nachkoche und nachdosiere, wenngleich ich das auch ein wenig auf den Wunsch, eine Art Trip zu erzeugen, zurückführe.
Bei Nagetieren hat man für Muscimol bereits Wirkungen nachgewiesen, die auf zumindest theoretisches Suchtpotenzial hindeuten, was ja bei dem Wirkspektrum auch nur mehr als logisch ist. Der Hautpwirkstoff ist ein GABA-A-Agonist.....eine Klasse von Substanzen, die allesamt ein extremes und vor allem körperliches Suchtpotenzial haben, was hier wohl jeder weiß.
Genauer hat man nachgewiesen, dass Muscimoleinnahme sowohl ein sich selbst verstärkendes Verhalten ist (aka: Eine der Wirkungen ist, dass man es danach als angenehm in Erinnerung hat und eher dazu neigt, es auch zukünftig einzunehmen) und auch sowas wie conditioned place preference (das Bevorzugen von Stellen, an denen man die Wirkung erlebt hat) auslösen kann, was typisch für suchterzeugende Stoffe ist.
Es ist aber nicht zu leugnen, dass die einzigen Berichte, die auch nur annähernd in Richtung "Abhängigkeit" deuten, von Absetzsymptomen sprechen, die eher auf einer Stufe mit einem Cannabis- oder Coffeinentzug stehen und vermutlich mehr mit dem plötzlichen Fehlen einer Gewohnheit zu erklären sind als mit einer Suchterkrankung, an der man zugrunde gehen könnte.
Ich würde das gerne mit Kratom und herkömmlichen Opioiden vergleichen: Wenn du auf, k.A., X00mg Tilidin täglich deinen Geldbeutel ausquetschst, dann ist der Umstieg auf Kratom wahrscheinlich sowohl finanziell als auch gesundheitlich vorteilhaft oder sogar zu empfehlen, da man damit eine Menge der problematischsten Begleiterscheinungen der Sucht wegdrücken kann, bspw. die Illegalität (zumindest in DE), den hohen Preis usw. Wenn du wiederum gar keine Opioide konsumierst, dann ist auch das Ausprobieren von Kratom ein Spiel mit dem Feuer, das zumindest potenziell katastrophale Folgen (Sucht) haben kann und dann wiederum nicht mehr so sehr zu empfehlen.
Wenn man also dauerhaft auf GABAergen Substanzen dabei ist, seine Lernfähigkeit permanent zu unterdrücken und sich ein Bouquet aus medikamenteninduzierten Schlaf-, Angst- und Anfallsleiden anzueignen, mit denen man niemals mehr von dem Zeug loskommt, dann ist Muscimol vielleicht sogar der Retter in der Not, der Retter vor dem sicheren seelischen Tod bzw. ein Substitut, mit dem man von den Stoffen loskommt.
Kennt man das nicht, dann kann evtl. das Muscimol die Rolle ebendieses Stoffs einnehmen, mit dem man sich fluchtartig aus der Wirklichkeit verabschieden möchte.
Ergibt das Sinn?
Ich würde mich da jedenfalls nicht in allzu großer Sicherheit wiegen, zumindest nicht in naiver Sicherheit.