Amanita muscaria: geringe Dosis, geringe Wirkung, Berserker-Nachhall

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euler
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Amanita muscaria: geringe Dosis, geringe Wirkung, Berserker-Nachhall

Beitrag von euler »

Hallo und guten Morgen!

Da ich insgesamt wohl ca. 23g getrocknete Fliegenpilze restlos aufgebraucht habe, ohne auch nur winzige Sinnestäuschungen erleben zu dürfen, resümiere ich hier mal über meine Niedrigdosis-Erfahrungen.

Set: Große Lust, endlich mal etwas von der richtigen Fliegenpilzwirkung empfinden zu dürfen. Kürzlich zurückliegendes Gespräch mit einem Pilzexperten, der spontan von positiven Erfahrungen mit dem Fliegenpilz erzählte. Gleichzeitig aber auch Cannabisentzug. Ich dachte in den vorhergehenden Tagen auch über Berserker nach, die ja angeblich durch den Fliegenpilz ihre sagenhafte Kampfkraft erhalten haben.

Setting: Allein auf dem Bauernhof, mit Zugang zu verschiedenen Tieren bei Bedarf nach Gesellschaft

Zubereitung: Trocknung der in Streifen geschnittenen Hüte im Ofen bei 70 °C für etwa 3-4h. Pro 10g bröseliger Fliegenpilze etwa 200ml Wasser (bestenfalls nicht allzu hart) in einen Edelstahltopf und etwa 300mg Zitronensäure aus dem Backbedarf dazu, um die Umwandlung von Ibotensäure zu Muscimol zu ermöglichen. Ich konnte es nicht testen und mir waren die Formeln für schwache Säuren auch nicht mehr geläufig, aber ich zielte auf einen pH von etwa 2,7, bei dem die Umwandlung relativ zügig, also mit einer Halbwertszeit von etwa 20 min. stattfinden sollte. Mit einem passenden Deckel, den es wenigstens bei Töpfen fast immer gibt, köchelte ich den Trank ca 2h lang, unter gelegentlichem Wiederauffüllen verdampften Wassers. Meiner Berechnung nach müsste sich die verbleibende ca. 70% Ibotensäure sechsmal halbiert haben, sodass nur noch etwa 1% der ursprünglichen Konzentration übrig wären, was für mich vertretbar war.

Warum dieser zusätzliche Schritt? Die Trocknung von Amanita muscaria auch bei Hitze wandelt nur einen geringen Teil der Ibotensäure in Muscimol um. Es handelt sich um einen urbanen Mythos, dass die Trocknung allein ausreichend ist. Wann immer es untersucht wurde, wurde gefunden, dass der wesentliche Teil der Ibotensäure verbleibt. Gibt aber auch Menschen, die bewusst einen Teil der Ibotensäure mitkonsumieren wollen, weil sie selbst psychoaktiv ist. Naja...

Wirkung:

Die ersten 5g nahm ich auf den Nachwirkungen eines Kakaos mit ca 300mg THC ein und spürte nicht viel mehr als mittelstarke Kopfschmerzen und eine tiefe Entspannung, aber weniger wie von herkömmlichen Sedativa, sondern eine sich natürlicher und tiefer anfühlende. Ich wollte mir dann im Bett das hypnagoge Kino anschauen, was aber nicht allzu ausgeprägt war. Ich war halt sehr entspannt müde und konnte besser als sonst und vor allem auch ohne "Schlafdosis" Cannabis problemlos schlafen.

Ohne besonders geträumt zu haben, wachte ich am nächsten Morgen auf und fütterte und tränkte "meine" Hühner, Gänse und Enten. Unmittelbar danach setzte ich einen weiteren Extrakt an, diesmal mit einer 60% höheren Dosis, also 8g. Diesmal wurde ich müder, so müde, dass ich etwa 1 Stunde lang angenehm dämmernd halbschlief, bis ich dann aufwachte und den Eindruck hatte, die Wirkung habe sich wieder in den Hintergrund verzogen. Ich war zwar noch stundenlang entspannt, aber das war immer noch nicht, was ich erwartet und gesucht habe.

Also abends nochmal 10g aufgekocht, während die vorherigen 8g ihre entspannte Nachwirkung beibehielten. Als nach über 2 Stunden der Trank endlich fertig war und unverzüglich verzehrt wurde, schnappte ich mir meinen Laptop und ging hier ins Forum, um etwas über den Fliegenpilz zu lesen und zu schreiben. Ich bemerkte, wie vergleichsweise sorglos ich war und dass ich viel weniger krampfhaft darauf bedacht war, irgendetwas Inspirierendes und scheinbar Intelligentes von mir zu geben, ohne gleichzeitig so richtig dumm zu werden, wie ich es bei mir von Benzodiazepinen kenne.

Vor dem Schlafen merkte ich beim Lesen von selbstbeweihräuchernden Polizeiberichten aus der Region, dass mich diese anwachsende Übergriffigkeit und Überheblichkeit seit der neuen Regierung bis aufs Blut reizt. Ich las von angeblichen Erfolgen für die Sicherheit, die eigentlich nur groß angelegte Schikanen von Fußgängern und Radfahrern waren, die entweder braune Haut oder andere nicht-arische (überspitzt) Merkmale hatten oder anderweitig darauf hindeuteten, sich nicht dem Volkskörper zugehörig zu fühlen, was bei uns ja wieder in Mode kommt.......
Bericht um Bericht machte mich zorniger, weil ich genau weiß, dass ich, obwohl meine Kriminalität inzwischen das Über-Rot-Gehen nicht mehr übersteigt, zu den Menschen gehöre, die in den Augen dieser bewaffneten, gut gerüsteten und mit übermäßigen Zahlungen ruhiggestellten kriminellen Organisationen "Schädlinge", "Parasiten" sind.
Ich las und las und je respektloser die Worte der Polizei wurden (lest mal so einen Bericht... das ist narzisstische Psychopathie³, das Selbstempfinden der Polizei...Schnittmenge: "Wir, die Polizei, sind dazu da, euch verblödetem Vieh das Leben beizubringen."), desto agitierter wurde ich, ja beinahe rasend. Ich wusste natürlich, dass eine einzelne individuelle Befreiungstat aller Wahrscheinlichkeit nach die Repressionen sogar noch anwachsen lassen würde, war aber durchaus bereit, zu kämpfen. Naja, so bereit wie man dazu um 23 Uhr im eigenen Bett auf Fliegenpilzen halt ist.
Mich hat auch genervt, dass die meisten Menschen für sowas die absurdesten Entschuldigungen finden, nur um sich nicht eingestehen zu müssen, dass wir nicht in einer Utopie leben und sogar auf dem besten Weg zum Polizeistaat sind (hier in BRD). Als würde man jemandem einen riesigen Würfel vor die Füße stellen, behaupten, es wäre ein Ball und die Person kämpft dann dafür, dass andere im Würfel einen Ball sehen...Absurd und befremdlich. Ich könnte zu unserer (DE) fadenscheinigen Demokratie noch mehr sagen, aber belasse es hierbei, da der Rest nicht während der Wirkung stattfand und politische Diskussionen im Internet das Gegenteil von dem vollbringen, was sie sollen und eigentlich nur eine Fantasie sind, damit man sich erzählen kann, man habe als normaler Bürger politischen Einfluss. Wie bei den Wah..ok, ich lasse es.

Jedenfalls schlief ich, nachdem ich genug gelesen hatte, sehr angenehm ein. Ich fühlte mich in meinem Bett sehr wohl und mein Körper war angenehm entspannt. Ich erinnere mich zwar nicht an die genauen Inhalte, sehr wohl aber daran, dass ich schöne Träume hatte und gut geschlafen habe.

Bald sammle ich neue und werde mal Dosierungen ab 15g antesten.

Liebe Grüße

Euler
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Sanzaru
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Re: Amanita muscaria: geringe Dosis, geringe Wirkung, Berserker-Nachhall

Beitrag von Sanzaru »

Ich habe ja selbst nur sehr begrenzte Erfahrungen mit dem Pilz aber ich würde dir dennoch anraten, nicht direkt zu hoch zu dosieren da du vermutlich (höchstwahrscheinlich?) noch Toleranz gegenüber Muscimol hattest. Wenn man dessen Wirkmechanismus anschaut wäre es für mich nicht verwunderlich, wenn man eine schnelle Toleranz aufbaut. Daher überdosiere dich nicht.

Zur Wirkung: Ich finde es amüsant, dass du ziemlich das gleiche Resümee ziehst, wie ich es tat :D Das nächste Mal begibst du dich aber vielleicht besser ins Reich der Tiere statt der Menschen. Menschen können ganz schön anstrengend sein auf solchen Reisen ;)

Danke für den Bericht!

Lg
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tanuki
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Re: Amanita muscaria: geringe Dosis, geringe Wirkung, Berserker-Nachhall

Beitrag von tanuki »

Gerade noch deinen Bericht entdeckt. Ja, das köcheln mit einer Säure ist wirklich ein super Tipp. Thx. Mein Microdosingexperiment nimmt seither auch nochmals mehr fahrt auf.

Hochdosiert werde ich noch zuwarten, da mit Microdose schon ziemlich die Post abgeht.

Fand euer beider Tripbericht spannend für zukünftige Abenteuer.

Würde wirklich gerne mehr über diesen Pilz von verschiedensten Leuten in den unterschiedlichsten settings lesen.
Ganz eine eigene Klasse dieser Pilz.
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tanuki
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Re: Amanita muscaria: geringe Dosis, geringe Wirkung, Berserker-Nachhall

Beitrag von tanuki »

@Sanzaru

Dein Hinweis mit dem Toleranzaufbau fand ich noch spannend wenn man mal höher fahren möchte nach einer Microdosingzeit und überhaupt Toleranzaufbau bei Fliegenpilz und was das genau zu bedeuten hat.
Ob man sich doch am Ende Probleme mit dem FP anlachen kann.
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euler
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Re: Amanita muscaria: geringe Dosis, geringe Wirkung, Berserker-Nachhall

Beitrag von euler »

Danke für eure Rückmeldungen.
Im Nachhinein betrachtet, hat der Pilz während des Schreibens noch nachgewirkt, deshalb auch der kleine "Ausraster" am Ende, den ich ansonsten sicher rausgekürzt hätte, lol.
Ich werde wohl beim nächsten Versuch wirklich vermeiden, irgendetwas zu lesen oder anzuschauen, was mich wütend machen könnte. Ich will Ruhe und keinen Stress. Hab das Gefühl, dass man, wenn man aggressive Neigungen hat, vom Fliegenpilz sogar noch aggressiver werden könnte als von Alkohol. Also in der richtigen bzw. falschen Situation.
Wenn ich noch welche finde, hab ich auch noch ein paar Experimente vor, bspw. sublingualen Konsum und Mischkonsum mit Cannabis, über die ich dann berichte. Auch wenn ich mal einen wirklichen Trip hinkriege oder sonstetwas Interessantes, wird das definitiv hier landen.

Ich schätze, ich steige beim nächsten Mal mit etwa 8-12g ein.

Freut mich übrigens sehr, @tanuki, dass dir dieser Tipp geholfen hat. Wusste das auch vorher nicht, weil man so selbstgefällig überall angenommen hat, dass die Trocknung ja absolut ausreichend sei. Hoffe, dass deine weiteren Experimente gute Ergebnisse für dich bringen. :silly:
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rezzi
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Re: Amanita muscaria: geringe Dosis, geringe Wirkung, Berserker-Nachhall

Beitrag von rezzi »

euler hat geschrieben: 30.09.2026 - 08:17 Setting: Allein auf dem Bauernhof, mit Zugang zu verschiedenen Tieren bei Bedarf nach Gesellschaft
Ich feier das gerade total. Das klingt ja mal soo gechillt. :color: