Hey liebe Leute!
Ich bin jetzt schon ein paar Jahre hier im Forum am Start und war die meiste Zeit im AWSIG-Thread aktiv
Es war jetzt eine ganze Weile sehr still um mich hier im Forum, da ich mich stark auf mich und meinen Ausstieg aus dem Drogensumpf konzentriert habe.
Dieser Beitrag dient vorallem dazu, die Leser zu warnen und (hoffentlich) zum Nachdenken zu bringen, die so wie ich damals Interesse an verschiedenen Drogen haben und besonders wissen wollen, wie ein Opioid (Die verbotene Frucht) schmeckt.
Vielleicht liest das hier auch jemand, der/die schon ein bischen Erfahrung mit niederpotenten Opioiden wie Codein, Tilidin, Tramadol oder Kratom gemacht hat.
Bitte lest euch meinen Beitrag einmal durch und überlegt nochmal, ob es euch das Risiko wert ist, dass es bei euch auch nur im Ansatz ähnlich verlaufen könnte wie bei mir.
Ich war - wie warscheinlich fast alle Opioidabhängigen hier - einfach naiv und dachte, dass ich psychisch gefestigt und zu schlau dafür bin, die Marionette für eine Droge zu werden. Meiner Meinung nach ist es für uns Menschen, die wir in dieser aktuellen Gesellschaft leben, generell einfach nicht möglich, Opioide gelegentlich zu konsumieren ohne eine Sucht zu entwickeln.
Wunsch nach Zugehörigkeit
Ich war schon mein ganzes Leben ein ruhiges, introvertiertes Kind mit dem starken Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit, die meine liebevolle Mutter mir während meiner gesamten Kindheit immer geschenkt hat. Dafür bin ich ihr für immer dankbar, auch wenn es möglicherweise für meine Entwicklung weniger hätte sein können.
Es ging langsam los, als ich 14 war. Zu der Zeit hatte ich keine Freunde und wurde in meiner Schulklasse ausgegrenzt. In der Klasse hatte ich damals 2 gute Freunde, die von einem auf den anderen Tag jeden Kontakt zu mir abgebrochen hatten und auch die anderen Klassen aus dem Jahrgang gegen mich aufbrachten. Mein einziger sozialer Kontakt zu dieser Zeit war ein absoluter Kiffer und seine ebenso verklatschte Freundin, mit denen ich online Call Of Duty gezockt habe.
Ich saß zu dieser Zeit also nur alleine zuhause, habe gezockt und im Hintergrund oft Podcasts und Videos laufen lassen, in denen Leute über ihre Erfahrungen mit Drogen wie Cannabis, MDMA oder Pilzen berichtet haben (vielleicht kennt ja jemand von euch noch den Youtuber Velcro).
Ich wollte also schon sehr früh unbedingt zu den coolen Leuten in der Schule gehören, mit allem was dazu gehört; Partys, Mädchen, Saufen, Kiffen und endlich Zugehörigkeit zur angesehenen Gruppe, vor denen alle Respekt haben und mit denen alle befreundet sein wollten.
Als ich dann mit 16 in eine neue Klasse auf eine neue Schule gewechselt bin, habe ich mich bemüht zu den coolen Leuten zu gehören. Durch die Ausgrenzung in der Schulzeit davor hatte ich allerdings bereits eine Soziale Angststörung und Sozialphobie, die sich langsam entwickelt haben und ich konnte vor Gruppen von Menschen nicht sprechen, ohne dass mein ganzer Körper in einen Panikmodus verfallen ist.
Ich habe es dann schnell geschafft zu der Gruppe der beliebtesten Leute des Jahrgangs zu gehören, die die Hauspartys geschmissen haben und damit ging es dann los mit Alkohol, Zigaretten und dann schließlich auch Cannabis, was mich schon lange vorher sehr interessiert hatte. Das Ganze hat mich sehr begeistert und ich habe mit meinen neuen Freunden regelmäßig gekifft.
Als ich dann die erste Nummer hatte, habe ich täglich auch alleine gekifft.
Erfahrungen sammeln
Ich habe dann mit 17 DXM ausprobiert, weil ich total interessiert an psychedelischen Drogen war, allerdings keine Quelle für Pilze oder LSD hatte. DXM ist zwar kein Psychedelika aber ich fand den Zustand doch schon interessant und habe es öfter konsumiert - alleine, da meine Freunde von dem Stoff keinen Plan hatten und auch kein Interesse an anderen Sachen als Cannabis hatten zu dem Zeitpunkt. Das ging da schon so weit, dass ich - trotz Schule am nächsten Tag - einen starken DXM-Trip in Kombi mit Cannabis hatte und am nächsten Tag in der Schule immernoch eine verschobene Sicht und verwaschene Sprache hatte.
Man war damals cool, wenn man die längste Liste an verschiedenen Drogen aufzählen konnte, die man schon genommen hat, was für mich auch ein weiterer Faktor war, weshalb ich immer nach neuen Drogenerfahrungen gesucht hatte.
Als ich dann 18 war, ging es wirklich los.
Die coolen aus meinem Jahrgang waren damals schon neben Kiffen auch auf Techno-/Goa-Partys unterwegs und hatten Erfahrung mit den klassischen Party-Drogen wie MDMA, Kokain oder Amphetamin. Als ich dann mit meinem besten Freund (ich nenne ihn mal Seth, weil er öfter vorkommt) und den besagten Leuten auf eine Goa-Party mitgekommen bin, habe ich im vollkommen betrunkenen Zustand 1 Ecstasy Pille gekauft und Seth eine Hälfte gegeben. Wir haben die einfach genommen ohne viel nachzudenken und weil ich so betrunken war, hatte ich sogar die Einnahme vergessen. Als es dann reingehauen hat, war das ein völlig neuer Einblick in die Welt der Drogen und den Bewusstseinszuständen, die man durch kleinste Pillen erreichen konnte. Der Abend war unfassbar.
Mit 18 ging es auch immer mehr auf immer exzessivere Partys und dort habe ich dann schnell meine Liste erweitert mit Drogen wie Kokain, Ketamin, Amphetamin und habe zum Lernen fürs Abitur auch LSD Microdosing getestet.
Neue psychedelische Welt
Nachdem wir das Abitur bestanden hatten, haben wir uns dann ein ruhiges Plätzchen in einem schönen Wald gesucht und in einer größeren Gruppe das erste Mal Pilze genommen. Dazu haben wir sehr viel gekifft und Bong geraucht und der Trip war unfassbar witzig. Diese Erfahrung hat meine Sicht auf einige Dinge im Leben nachhaltig verändert und uA meine Wertschätzung gegenüber meiner Familie wiederhergestellt und meine rebellische Phase ein gutes Stück gedrosselt. Pilze haben mich mit dieser Erfahrung in einer gewissen Art geerdet und meine Verbundenheit zur Natur und die Empathie gegenüber anderen Menschen und generell allen Lebewesen verstärkt.
Wenige Wochen später habe ich mich in Holland dann über Trüffel hergemacht, mit dem Glauben ich wüsste, was mich erwarten würde - besonders weil ich beim ersten Mal so gut mit Kiffen auf Pilzen klargekommen bin.
Nach einer ganzen Packung von einer relativ starken Trüffel-Sorte (ich erinnere mich leider nicht an den Namen) und dazu mehreren puren Joints mit Haze aus Amsterdams Coffeeshops, habe ich meine Lektion gelernt, dass man diese Substanzen nicht auf die leichte Schulter nehmen darf und vorallem habe ich danach nie wieder Cannabis mit jeglichen psychedelischen Substanzen gemischt.
Die visuellen Effekte waren wie aus dem wildesten Trippy YT-Video oder wie ein KI-Brainfuck Video…
Dazu hatte ich das erste Mal einen richtigen Ego-Tod
Dennoch eine wahnsinnig faszinierende Erfahrung, die ich nicht missen will.
Lean
Mit 19 hatten meine Freunde und ich dann so ziemlich alles probiert, was man in unseren Kreisen kannte. Da wir alle große Fans von Amerikanischem-Rap waren, kannten wir alle die Begriffe wie Lean, Percocet oder Xanax und da die ganzen Rapper alle extrem beliebt und cool waren und mit viel Geld und Frauen gezeigt wurden, haben diese Drogen irgendwie edel gewirkt. Sozusagen waren Codein und Alprazolam die Modedrogen meiner damaligen Zeit, wie früher mal LSD bei den Hippies
Einer meiner besten Freunde war zu der Zeit leicht erkältet und hatte eine Flasche Codein verschrieben bekommen. Weil er aber schnell wieder fit war, hat er nichts von dem Codein benutzt und ich habe ihn so lange vollgelabert, bis er mir die Flasche gegeben hat. Später am selben Tag oder wenige Tage später habe ich dann alleine zuhause zwei Becher ineinander gesteckt (Double Cup) mit Eiswürfeln und Sprite gefüllt und das Codein reingetropft - ich habe dabei auch die Dosis beachtet indem ich die Tropfen gezählt habe. Ich glaube es waren zwischen 120-150mg Codein.
Irgendwann wurde mir schwummerig und warm, meine Haut fing an zu jucken und meine Augenlider wurden schwerer.
Ich hab mich dann hingelegt und wollte noch eine Serie gucken, mir fielen aber immer wieder die Augen zu und ich hatte traumartige Szenen im Kopf, die zu den gesagten Dingen aus der Serie passten. Ich habe richtig ordentlich genoddet.
Da ich aber nicht verstanden habe, dass das zur Wirkung gehört - und sogar einer der beliebtesten Aspekte vom Opioidrausch ist - hatte ich die ganze Zeit dabei Angst, dass ich eine Überdosis erwischt hatte und gegen das Einschlafen angekämpft, da ich dachte ich würde sterben
Ein paar Monate später hatte meine Mom dann zufällig Husten und vom Arzt eine Flasche Paracodin (Dihydrocodein) verschrieben bekommen.
Sie hat es nur einen Abend wie verschrieben genutzt und meinte, dass sie sich davon komisch gefühlt hat. Ich hab die Flasche dann im Schrank stehen sehen und nachdem sie sich mehrere Tage nicht von der Stelle bewegt hatte, nahm ich sie mir selbstverständlich
Als ich einen Abend mit Leuten draußen unterwegs war hatte ich die komplette Flasche in eine Fanta gekippt aber außer einem Leichtigkeitsgefühl kaum etwas gemerkt.
Entscheidender Fehler
Ich habe im Laufe der nächsten Wochen im Freundeskreis und auf Partys herumgefragt ob jemand jemanden kennt, der an Tilidin rankommt. Tilidin kannte ich schon von alten Bushido-Songs und durch das YT-Video von Velcro - Drogen Stories.
Ich habe es dann geschafft, einen Blister mit 200mg Tilidin zu bekommen - im Nachhinein war das eigentlich mein Untergang.
Ich hatte auch bei Tilidin anfangs riesigen Respekt was die Dosis angeht und habe eine Tablette zerteilt und 100mg genommen - natürlich entretardiert. An dem Abend war ich mit Seth spazieren und es war Winter, doch plötzlich wurde mein Gesicht super angenehm warm. Ich habe mich befreit gefühlt von allem was mich zu der Zeit auch nur im geringsten Maße bedrückt hat. Ich hatte Energie und der Spaziergang hat mir so viel Spaß gemacht wie noch nie.
Als Seth und ich uns verabschiedet hatten und ich zuhause angekommen bin, habe ich die andere Hälfte noch genommen und wenig später haben mich Wellen der Euphorie durchflutet.
Die Erfahrung die ich ein paar Tage später hatte und im Nachhinein als meinen ersten richtigen Opi-Turn bezeichne werde ich nie vergessen. Um die Wirkung bewusst komplett wahrzunehmen ohne Ablenkung hatte ich mich ins kuschelige Bett gelegt, Kopfhörer aufgesetzt und eine komplette entretardierte 200mg Tilidin-Tablette genommen. Der Geschmack ist pervers aber was dann folgt was für mich das Öffnen der Büchse der Pandora. Auf den Kopfhörern lief das Lied Lana del Ray - Heroin. Als mir die Augen zugefallen sind und mich pure Wärme und Euphorie durchflutet hat, bin ich im Dämmerschlaf, noddend über Wolken geflogen und habe den Bass und jedes Geräusch des Liedes in meinem kompletten Körper gespürt, quasi bis in meine Eier
Mir ist rückblickend klar, dass das der Moment war, als ich mich in Opioide verliebt habe. Das habe ich leider zu dem Zeitpunkt noch nicht verstanden und dachte ich hätte die volle Kontrolle…
Corona & Kratom
Mit 20 hatte ich sporadisch öfters Tilidin genommen und selten auch Codein, war aber wegen den Straßenpreisen und der mangelnden Verfügbarkeit (war zu der Zeit noch nicht soo bekannt) nur selten am konsumieren.
Dann kam Corona als ich 20 war, ich musste zuhause bleiben, habe von meiner Arbeit trotzdem noch Gehalt bekommen und bin dann zufällig auf Kratom gestoßen. Direkt ein bischen was bestellt und 7g „Thai Maeng Da - Thai Pimps Green“ (werde ich wohl nie vergessen) genommen, ohne viel Erwartung.
Die Wirkung war dann plötzlich so warm und intensiv, dass mir beinahe der Hals wehtat vor Euphorie. Ich war auch richtig am Nodden und fand es wesentlich schöner als Tilidin.
Da ich Kratom damals massiv unterschätzt hatte, dachte ich mir in dem Moment “Alter! Dieses Gefühl wirst du ab jetzt sehr oft haben!“ - daran erinner ich mich noch gut…
Körperliche Anhängigkeit
Nach meinem ersten Liebeskummer mit 20 war mir dann auch das Wissen der körperlichen Abhängigkeit von Kratom egal, weil ich mit meinen negativen Emotionen - besonders in Bezug auf Liebe - schlecht klarkomme. Von da an war ich abhängig von Kratom, dachte mir aber immer den selben Gedanken:
„Ich dosiere mich einfach langsam runter, dann hab ich keinen Entzug, also alles easy. Aber heute noch nicht und nächste Woche ist der wichtige Termin X, da muss ich gut funktionieren also danach irgendwann…“
Ich hatte dann eine Ausbildung begonnen und durchgehend Kratom genommen. Immer in Kapseln gestopft und dann auf der Arbeit jeweils 2x 3g und Abends 7g genommen. Ich bin so klargekommen was den antidepressiven Teil und die körperliche Abhängigkeit anging, allerdings hat meine Angststörung mich extrem belastet.
Ich musste jeden Tag mit Zug und Straßenbahn fahren. Eine volle Bahn ist mein Alptraum - ich habe immer Schweißausbrüche bekommen als hätte ich frisch geduscht, dazu gezittert wie Sau.
Mit 21 habe ich dann meine erste Freundin kennengelernt und mich das erste richtig Mal verliebt. Leider war ich auf Kratom und habe immer, wenn ich bei ihr zu Besuch war (sie hat 5h entfernt gewohnt) vorher Kratom-Kapseln stopfen müssen. Sie wusste nichts davon und weil ich so niedrig dosiert war, fiel nichts auf.
Research Chemicals
Mit 22-23 war ich dann noch in der Ausbildung und in der Berufsschule. Bei meiner ersten Präsentation in der Berufsschule hatte ich vor der ganzen Klasse vorn an der Tafel eine extrem schlimme Panikattacke: Tunnelblick, Hals zugeschnürrt, Mundtrockenheit, Schweißausbruch, Zittern und ich habe nurnoch wirres Zeug erzählt. Diese Erfahrung hat mich in gewisser Weise traumatisiert.
Ich bin dann auf die RC-Szene aufmerksam geworden und habe Rilmazafone/Rilmazolam (Benzodiazepin) und O-DSMT/O-Desmethyltramadol (Opioid) für mich entdeckt.
Danach war ich in der Berufsschule bei jeder Präsentation auf hohen Mengen Benzos (meistens Rilmazolam) und dazu entweder Kratom oder mit der Zeit immer häufiger O-DSMT und wurde von Lehrern für mein selbstbewusstes und sympathisches Auftreten gelobt. Das ist natürlich nicht so gut wenn man Anerkennung dafür bekommt, wie diese Drogen einen zu dem Menschen machen, der man immer sein wollte…
Mit 23 habe ich die Ausbildung erfolgreich absolviert, wobei ich Nächte durchgelernt habe auf 4F-MPH (ein Ritalin-Derivat).
Die Kombination aus Benzos, Opioiden und Uppern haben mich nach und nach in einen manischen Zustand befördert.
Alles, was mich interessiert hat, waren Drogen.
Ich hatte den Bezug zu meinem ursprünglichen Wunsch, ohne Angst sozial zu funktionieren und nicht immer introvertiert allen Menschen aus dem Weg zu gehen, total verloren.
Wenn etwas geplant war, wo ich sonst totale Panik hätte weil viele Menschen dabei waren, nahm ich nicht mehr nur die geringst nötige Dosis Benzos die mir helfen würde
(zB 1mg Lorazepam), sondern dachte, damit ich es richtig hinbekomme auf Nummer Sicher gehen zu müssen und nahm dann eher etwas an die ca 6-10mg! Dazu dann noch Amphetamine, 4F-MPH, teilweise Kokain und (wie immer, wegen Abhängigkeit) Opioide. Zu der Zeit habe ich von niederpotenten Opis nichts mehr gemerkt. Kratom gab mir nurnoch Schwindel und Übelkeit wegen der hohen Dosis und Toleranz. Also war ich komplett auf O-DSMT. Ich finde, dass das O-DSMT allein schon leicht wie ein Benzo gewirkt hat, weil es mich total enthemmt hat. Das O-DSMT habe ich dann auch häufiger rektal konsumiert, was ein schneller, warmer Rush war und ich sogar unterwegs wenn ich mit meiner Ex im Kino war, vorher auf dem Klo einen Druck gegeben hatte. Teilweise auch Speedballs indem ich O-DSMT und 4F-MPH gemischt in einer Lösung rektal gedrückt hab - das war wahnsinnig geil.
Der Untergang
Nach der Ausbildung habe ich keine Arbeit gefunden und meine Ex-Freundin hat mit mir gelebt zu der Zeit. Bei Vorstellungsgesprächen und Probetagen dachte ich, dass ich am besten rüberkomme, wenn ich Benzos gegen meine Ängste und Upper zum Fokus, Reden und Wachheit nehmen würde - was ich auch tat.
Warscheinlich hat man mir das angesehen, weil ich auch immer am Schwitzen war wegen der Opioide und ich warscheinlich deshalb keinen Job bekam.
Ich habe dann alles Geld ausgegeben, um O-DSMT zu finanzieren, da ich meinen ersten kalten Entzug hatte, nachdem es leergegangen war - das war unbeschreiblicher, grauenvoller Horror und Todeswunsch. Ich habe sogar meinen Eltern Geld geklaut und sehr viele teure Markenkleidung, Yu-Gi-Oh!-Karten und Schmuck von mir verkauft um es zu finanzieren.
Gegen 2023 war ich dann mit einem guten Freund, der mir ein paar weitere „Freunden“, vorgestellt hat, die schon voll auf Alprazolam, Clonazepam und Oxycodon unterwegs waren.
Ich hatte sowieso keine Hemmung mehr was das Thema anging und nahm auch das Oxycodon. Das hat mich garnicht so besonders geflasht muss ich sagen, da fand ich das O-DSMT sogar geiler.
Heroin
An einem Abend waren mein Kollege und ich dann bei den selben Leuten, von denen 2 losgingen um wie vereinbart Oxycodon zu holen. Ich war wie gesagt opioidabhängig und deshalb auf die Oxys angewiesen. Als sie wiederkamen meinten sie schon ,,Wir haben keine Oxys bekommen, aber hier ist Heroin das ist gutes“. Auf den Glastisch hatten sie dann einige Bubbles mit beigen Pulver geworfen.
Mein Kollege und ich haben ihm dann irgendwas zwischen 25-30€ gegeben und einen Bubble bekommen. Mein Kollege war nicht abhängig.
Ich habe dann als erstes versucht, ein Blech zu rauchen, was aber nicht so gut geklappt hat und dann den restlichen Abend nurnoch nasal konsumiert. Das Zeug war richtig stark, sodass ich irgendwann mit verdrehten Augen auf dem Sofa lag, am Nodden und merkte, wie langsam ich atmete.
Danach hatte ich häufiger Kontakt mit dem Gastgeber von jenem Abend, der Alles! bekommen konnte, was aus der Apotheke oder dem Krankenhaus kam.
Ich habe dann oft mit ihm rumgehangen, weil wir beide einfach Junkies (sorry) waren und sammelte dann Erfahrung mit Morphin-Tropfen und Morphin-Tabletten (uA auch rektal), Oxycodon 80mg (oral, nasal und auch auf Blech geraucht), alle möglichen Benzos (Rivotril, Valium,…), Pregabalin (Lyrica), Ritalin, Methadon, Subutex nasal und sogar Fentanyl. Natürlich habe ich mit ihm dann auch noch viel öfter Heroin genommen und gelernt Blech zu rauchen.
Nitazene: Mein Ende
Ende 2023 kam dann bei meinem Vendor, bei dem ich Rilmazolam und O-DSMT bestellt hatte was neues raus: Etomethazene - ein Opioid aus der Gruppe der Nitazene, das doppelt so stark/potent wie Fentanyl ist.
Der Vendor hat mir ungefragt ein Sample mit einer meiner Bestellungen mitgeschickt. Das Zeug gab es als Liquid für E-Vapes. Ich hab mir eine billige E-Vape geholt und es probiert. Wow!
Ich muss sagen, ich erinner mich kaum an die Wirkung. Ich war einfach in einem komplett sorgenfreien Zustand, übertrieben dicht und direkt am nodden.
Ich hab mir direkt eine große Menge bestellt und es konsumiert. Das Zeug wirkt aber nur 1-1,5h und durch die Toleranz von dem potenten Zeug habe ich von keinem anderen Opioid mehr was gemerkt. Ich konnte an einem Abend mal 1,5 Gramm von wirklich gutem Heroin ganz alleine konsumieren und war noch mit offenen Augen am rumlaufen.
Das Schlimme war, dass ich Nachts jede einzelne Stunde mit einem vollkommenen Entzug aufgewacht bin und erst nach ein paar Zügen meiner Vape wieder pennen konnte. Das Zeug war verdammt teuer und ich habe mich stark verschuldet zu der Zeit. Jeden Job verloren weil ich nur wochenlang krankgeschrieben war (Entzüge) oder auf der Arbeit weggepennt bin (Nodden).
Ich war regelmäßig in der Notaufnahme, weil meine Eltern, meine damalige Freundin oder Freunde mich bewusstlos irgendwo liegend gefunden haben mit blauen Lippen. Dass ich das Jahr 2024 überlebt habe kann nur Glück sein.
Es kam dann noch F-Etonitazepyne raus, was ebenso ein Nitazene war, ich glaube sogar nochmal potenter.
Ich rauchte überall - im Zug während längerer Fahrten, auf der Arbeit (weshalb ich nie länger als 2 Monate einen Job halten konnte), auf Familientreffen im Restaurant (alle 40 Minuten aufs Klo zum Vapen) und im Kino.
Beziehung zerstört
Ich hatte durch die Opioide natürlich absolut keine Libido mehr. Ich hatte teilweise 2h Sex ohne dass ich gekommen bin, das war einfach nicht möglich. Einmal, als meine Ex mich geritten hat, bin ich dabei eingeschlafen. Ich konnte auch nichts mehr mit ihr unternehmen, nicht auf Dates gehe und ihr nichtmal Blumen schenken, da ich mit meinem Konto im Minus war und all mein Geld in Opioide gesteckt habe um nicht entzügig zu werden.
Meine Ex war Asiatin und ist schließlich für den Sommer 2024 in ihre Heimat zurück und wollte, dass ich clean werde, damit sie dann zurückkommen würde. Wenn ich ihr geschrieben habe, konnte man meine Nachrichten kaum entziffern und wenn wir telefoniert hatten, bin ich immer eingepennt.
Sie hat dann schließlich per Text Schluss gemacht, nach fast 5 Jahren Beziehung (was ich ihr nicht im Geringsten übel nehme).
Crack & Heroin auf der Straße
Dieser Verlust hat mich zerstört und ich habe mich einfach nurnoch so zugedröhnt, dass ich nichts mehr spüren konnte.
An meinem Tiefpunkt nach der Trennung bin ich nach der Arbeit zum Hauptbahnhof meiner Stadt gefahren, habe dort ein paar Leute angesprochen und bin dann mit einem Typen in meinem Alter den ganzen Abend durch die Stadt gezogen, habe das erste Mal Crack geraucht und ein Blech Heroin nach dem anderen.
Nach 2-3 weiteren Überdosen und Aufenthalten in der Notaufnahme habe ich mich selbst dann in einer Klinik für einen stationären Aufenthalt angemeldet - mit einer Wartezeit von 9 Wochen.
Schlimmster Entzug
Während dieser Zeit hatte ich den schlimmsten Entzug meines Lebens, der mich bis heute traumatisiert hat. Ich hatte eine unglaubliche Toleranz zu Opioiden (habe von 80mg Oxycodon entretardiert oral garnichts gemerkt) und war voll auf Nitazenen, habe täglich äquivalent noch ungefähr 7,5mg Lorazepam genommen (Rilmazolam).
Vom Arzt gegen Depressionen habe ich Bupropion verschrieben bekommen und täglich 300mg genommen, die ich immer zerbissen habe, weil ich irgendeine Art von Euphorie spüren wollte. Außerdem habe ich Pregabalin verschrieben bekommen, wegen meiner Angststörung und RLS, allerdings nur 150mg/Tag, was mir nicht geholfen hat.
Durch den kalten Entzug von so wahnsinnig hochpotenten Opioiden und Benzodiazepinen habe ich 1 Woche nichts gegessen, Wasser trinken tat im Hals weh weil ich am ganzen Körper so empfindlich war und konnte nicht schlafen - ab Tag 3 immer wieder vor Erschöpfung für 30-40 Minuten eingedöst und die verstörendsten Träume/Visionen gehabt.
Das Bupropion hat sicher auch noch dazu beigetragen.
Mexikanisches Kartell
Ich war zu einem Punkt dann so psychotisch, dass ich überzeugt war, dass das mexikanische Kartell meine Augen gechipped hätten und so alles sehen und hören konnten, was ich mache. Sie zwangen mich dann dazu, für sie Drogen herzustellen, da sie sonst meine ganze Familie töten würden - ebenso falls ich jemandem etwas davon verraten würde.
Erst sollte ich Codein-Hustensyrup herstellen, was ich sogar wirklich konnte damals.
Als ich dann befördert wurde, musste ich MDMA-Kristalle synthetisieren und wenn die Kristalle unter einem gewissen Prozent der Qualität lagen, wurde ich gefoltert.
Da ich von der MDMA-Synthese natürlich keine Ahnung hatte, wurde ich in beide Seiten durch meine Rippen mit den, von mir produzierten, minderwertigen MDMA-Kristallen zerstochen.
Zu meiner Aufsicht vom Kartell gehörte auch eine Frau, die aussah wie aus einem Bordell und mich zur Demütigung, wenn ich etwas falsches gesagt hatte, mich zwang mich auf den Boden zu legen und mir ins Gesicht gepisst und gekackt hat!
Ich habe in der Hinsicht keinen Fetisch, deshalb war das noch verstörender als von MDMA-Kristallen abgestochen zu werden.
Als Bestrafung hat mich das Kartell mehrfach versucht zu töten, indem sie mir den Hals aufgeschnitten haben. Ich habe dann gesehen, wie das Bild langsam schwarz wurde wie bei einem Filmabspann. Dazu kam dann ein Cartoon-Charakter, der gewunken hat und als es kurz davor war, komplett Schwarzbild zu werden, habe ich ein Piepen gehört wie von einem Vietalzeichenmonitor. Dann habe ich die Kartellbosse und die ekelhafte Pipi-/Kacka-Dame gesehen die auf mich runtergeguckt haben und sagten “Du denkst doch nicht, dass wir dich schon gehen lassen?“ Das ist mehrfach passiert.
In Wahrheit lag ich die meiste Zeit nur im Bett, es war kein Traum aber ich war keine Gefahr für meine Umwelt und bin nicht umhergeirrt. Das ganze ging ca 2 Tage bis ich von meinem Vater zu meinem Psychiater gebracht wurde.
The Walking Dead
Der Entzug ging insgesamt ungefähr 1 Woche in dermaßen hartem Ausmaß. Da ich während dem Entzug nur schweißgebadet im Bett lag, nichts gegessen habe, mit zum Wasser trinken quälen musste und erst auf Klo gegangen bin wenn mir die Blase richtig weh getan hat, habe ich auf Netflix zum ersten Mal die Serie The Walking Dead angefangen zu gucken. Beim Versuch der grauenhaften Realität zu entfliehen und da ich eh nicht schlafen konnte, lief die Serie durchgehend - eine Folge nach der anderen.
In meinem Kopf, auf Schlafentzug, Nitazene-Entzug, Benzo-Entzug und 300mg entretardiertem Bupropion auf leerem Magen war ich irgendwann sicher: Das was in der Serie passiert ist echt!
Ich war sicher, dass draußen Zombies rumlaufen und meine Hilfe benötigt wird, die Zombies zu töten. Ich war von der Arbeit krankgeschrieben aber wollte das Haus voll angezogen verlassen, irgendwann nachts.
Ich habe im Zusammenhang dazu noch viel mehr verrückte psychotische Visionen gehabt, zum Beispiel dass die gesamte Atmosphäre der Erde mit Etomethazene verpestet ist, dass sich wie ein Nebel langsam ausbreitet und alles, was in Kontakt kommt direkt stirbt und zu einem Zombie wurde..
Zum Glück haben meine Eltern es geschafft mich zu beruhigen und geschickt zu beweisen, dass das nur ein psychotischer Schub vom Entzug ist.
Ich bin den beiden unendlich dankbar und fühle mich unfassbar schlecht dafür, was sie wegen mir erleben mussten
Eine Woche vor Therapiebeginn kamen dann jeweils 1 große Flasche Etomethazene und F-Etonitazepyne an, mit deren Hilfe ich nochmal zum Friseur gehen konnte vor der Therapie. Ich sah vorher aus wie Daryl Dixon aus The Walking Dead mit langen, fettigen Haaren.
Stationär in der Klinik - Part 1
In der Therapie habe ich für 1 Woche täglich 20mg Diazepam bekommen um vom Pregabalin wegzukommen. Dazu Abends zum Schlafen Promethazin. Das war alles an Medikation, da ich zwar Methadon angeboten bekommen hatte aber ich es durchziehen wollte und das damit verbundene Leiden mich zukünftig von einem Rückfall abhalten sollte.
Beim ersten Wochenende, dass ich nach Hause durfte (nach den ersten 2 Wochen auf Station) habe ich mein Zimmer aufgeräumt und hatte plötzlich wieder 2 große und fast komplett volle Flaschen jeweils Etomethazene und F-Etonitazepyne die ich beide ohne Problem in die Mülltonne geworfen habe.
Während einem späteren Wochenende zuhause, habe ich dann 200ug LSD genommen. Vorher hatte ich schon viel Erfahrung mit hochdosierten Pilzen, 2C-B und DMT - mehrmals bis zum Ego-Tod.
Das LSD sollte mir helfen, Zugang zu meinem inneren Kind zu erlangen, was ein Teil der Therapie war, bei dem ich nicht weiterkam. Es ging darum, meine verletzliche Seite selbst trösten zu können. Das LSD hat mir dahingehend tatsächlich einen Zugang gegeben, mich mein inneres Kind in Form von einem warmen, strahlenden und unschuldigen Energie-Licht zu sehen, was mir in der Therapie tatsächlich geholfen hatte (trotzdem rate ich stark davon ab, sowas auf eigene Faust zu versuchen, ich hatte auch Glück, dass meine UK negativ war).
Kompensieren durch Sex
Nach dem Klinikaufenthalt von ca 3 Monaten zog ich dann mit einem Freund zusammen, der zu dieser Zeit ebenfalls durch eine Trennung mit seiner Ex-Freundin ging.
Wir hatten also beide Liebeskummer zu kompensieren und hatten wöchentlich jeder bis zu 2 Dates mit verschiedenen Frauen.
Das war leider Gift für meine Seele, da ich nicht auf der Suche nach stumpfem Sex war, sondern mich nach der Geborgenheit sehnte, die mir durch die Trennung von meiner Ex-Freundin und durch die Trennung von den Opioiden fehlte.
Ich bin ein Beziehungstyp und Romantiker, daher taten mir die ONS sehr schlecht und ich fing an, mit meinem Mitbewohner wieder regelmäßig Benzos zu nehmen und wir gingen 1-2 Mal pro Woche auf Techno-Partys und nahmen zu der Zeit sehr oft sehr hochdosiert LSD und MDMA - auch im Mischkonsum (Candyflip).
Mit meiner Ex hatte ich schon oft Sex auf mehreren verschiedenen Drogen, der beste Drogensex den ich bis dahin hatte war aber auf MDMA. Wenn man sich auch ohne Drogen liebt und dann Sex auf MDMA hat fühlt sich jede Berührung von Haut zu Haut schon an wie ein Orgasmus
Rückfall
Weil sich meine soziale Angststörung mit Schweißattacken wieder angesiedelt hatte und ich teilweise so depressiv war, dass ich mein Bett außer zum Klogang nicht verlassen hatte, kamen auch relativ schnell wieder Opioide in mein Leben zurück.
An einem Abend saß ich mit meinem Mitbewohner scheinbar in der Küche, wir waren beide auf LSD, als ich plötzlich zusammengebrochen bin, mit Schaum aus dem Mund und einer Überdosis von Opioiden (ich erinnere mich nicht genau welches es war, ich glaube es muss Heroin gewesen sein).
Danach hatten wir uns zerstritten und ich bin zeitweise wieder bei meinen Eltern eingezogen. Wegen extremer Schlafstörungen durch endloses Überdenken, Angst, Panik und Depressionen bekam ich dann Zolpidem vom Arzt verschrieben.
Was genau passiert ist, weiß ich nicht aber ich wurde im Krankenhaus wach und von dem Blister Zolpidem 10mg waren nurnoch 2 Tabletten übrig und in meinem Zimmer fand mein Vater ein Stück angekohlte Alufolie.
Stationär in der Klinik - Part 2
Obwohl ich versicherte, dass es kein Suizidversuch war, sondern wohl einfach ein Kontrollverlust, sollte dennoch wieder 1,5 Monate in stationärer Therapie bleiben, bis ich wegen 2 Rückfällen entlassen wurde, da ich Schlafmohntee in der Klinik getrunken hatte.
Ende(?)
Nach der Entlassung ging es ca ein halbes Jahr so weiter, dass ich inoffiziell als Tätowierer arbeitete und durchgehend auf Schlafmohntee war. Ich hatte immernoch Schweißausbrüche in öffentlichen Bussen, Bahnen und Zügen und extreme soziale Ängste, nahm aber keine Benzos mehr und außer Schlafmohntee und Kiff auch sonst nichts - außer einem einzigen Mal, als ich eine geringe Menge O-DSMT und Methiodone bestellt hatte, kurz vor dem Verbot, um es ein letztes Mal rektal zu probieren. Die Wirkung vom O-DSMT rektal war super enttäuschend, das Methiodone hatte eine leicht euphorische Startwirkung, wurde dann aber auch zur puren Sedierung.
Ich habe danach einen Job angefangen, in dem ich täglich mit mindestens 50 verschiedenen Menschen sprechen musste (Vertrieb), was eine riesige Überwindung war, doch tatsächlich war ich sehr erfolgreich in dem Job und meine soziale Angst ist nahezu vollkommen verschwunden. In überfüllten Straßenbahnen und Bussen schwitze ich immernoch und fühle mich unwohl aber sonst geht es mir richtig gut.
Medikamente nehme ich garkeine mehr, außer Kiff, was für mich als Schlafmittel so gut funktioniert, dass ich kein Promethazin, Zopiclon oÄ mehr brauche.
Ich habe beruflich Erfolg, habe eine neue wunderschöne Freundin, meine besten Freunde stehen nach all der Scheiße noch hinter mir und ich habe eine Routine zur Körperpflege und Spaß daran mich selbst zu optimieren - bspw Sport oder Tattoos als neue Drogen, um Adrenalin, Dopamin und Endorphine zu entzünden!
Wenn ich das geschafft habe, dann kann jeder das schaffen ohne Scheiß!




